VLN Saison Finale 2016

Bilder: Stefan Deck

Text: Team Derscheid

Nürburg/Much. Bevor sich mit dem 10. Lauf Europas größte Langstreckenrennserie in die Winterpause verabschiedete mußte die altehrwürdige Nordschleife in Kombination mit dem Grandprixkurs bezwungen werden. Mehr als 140 Teams nahmen am Samstagmorgen das Qualifying pünktlich um 08:20 Uhr bei echtem Eifelwetter unter die Räder. Wie auch beim Lauf vor 2 Wochen war es wieder richtig kalt und naß, also eben kein Wetter um Rennen zu fahren.

Aber es ging noch um die Chance auf die Meisterschaft. Das Breitensportteam Derscheid war auch wieder mit seinem seriennahen Produktionswagen unter der Bewerbung von Hofor Racing Schweiz an den Nürburgring gereist. Nach den administrativen Arbeiten am Freitag entschied sich das Team auf Grund der widrigen äußeren Bedingungen keine Fahrten zu unternehmen, da die Gefahr eines Unfalls bei solchen Bedingungen immer gegeben ist, der dann evtl. einen Start im Rennen um wertvolle Meisterschaftspunkte gefährdet hätte.

Nachdem das Training von der Rennleitung freigegeben war, ging Teamchef Derscheid mit geändertem Setup und Regenräder in seine Pflichtrunden. Danach ging Schorle auf die Piste. Das Auto fühlte sich gut an und die Änderungen am Set Up wirkten sich aus. Da das Wetter sich nicht besserte ging Michael ebenfalls auf Regenräder ins Training. Aber keinem der Derscheid Piloten wollte eine Zeit gelingen die uns über den Startplatz 4 in der Klasse herausgebracht hätte.

Aber ein Langstreckenrennen wird auch nicht am Start entschieden. Da das Wetter sich nicht besserte schickten wir Michael mit den Regenrädern ins Geschehen. Er konnte den 4. Platz halten und schob sich dann auf den 3. Platz vor. Da die Strecke immer mehr abtrocknete hatten nun die Reifen auf dem BMW E90 immer mehr Grip und Michael schloß zur Spitze auf. An der Box änderte man die Taktik und ließ das Auto eine Runde länger als üblich draußen. Alles sah nach Routine und den Griff nach vorderen Plätzen in der Klasse aus.

Dann piepste der Funk und Michael meldete in der schnellen Mutkurve einen Ausrutscher mit Leitplankenkontakt. Das Auto fuhr noch und kam an die Box, wo schon die Mechaniker Achsteile und Vermesswerkzeug bereitlegten. Äußerlich war kaum eine Beschädigung zu erkennen, aber das rechte hintere Rad hatte keinen Spurwert mehr und ließ sich auch nicht einstellen. An eine schnelle Weiterfahrt war nicht mehr zu denken. Somit entschied Teamchef Rolf Derscheid schweren Herzens das Auto aus dem Rennen zu nehmen. Der Unfall hat die Aufnahme des Spurlenkers getroffen. Dies ist lediglich eine Blechlasche und die hat sich durch den Schlag den die Felge beim Kontakt mit der Leitplanke bekommen hat aufgebogen. Somit konnten wir die Spur nicht mehr einstellen.

Es wäre zu gefährlich gewesen das Auto mit über 1,5 cm Nachspur auf der Hinterachse wieder ins Rennen zu schicken. Es ist sehr schade, denn wir denken dass wir mit unserer Taktik bei der Vergabe des Klassensieges an dem Wochenende ein Wörtchen mit geredet hätten. Es war unser erster Ausfall in der Saison 2016. Schlussendlich müssen wir froh sein das nicht mehr passiert ist, denn an der Stelle ist man richtig schnell. Wir haben als Breitensportteam mit 7 Klassensiegen eine gute Saison gefahren. Dies hat sich auf Grund der Streichresultate, die das Reglement vorsieht, leider nur mit einen 4 Platz in der Produktionswagenwertung und einem 13. Platz in der Fahrerwertung bei mehr als 800 Piloten niedergeschlagen. Die in 2016 neugefundene Fahrerkombination hat sehr gut funktioniert und harmonisiert. Schorle hat sich hervorragend im Auto und im Team eingelebt, was seine schnellen Zeiten immer wieder belegen. Wir Fahrer und schlussendlich ich als Teamchef, kann mich nur bei meiner ehrenamtlich arbeitenden Crew bedanken, die mit Ihrer guten Leistung sehr viel zum Erfolg beigetragen haben. Ein Dank geht auch an unsere Sponsoren, die uns mit Ihrem Engagement in unserem Team unterstützt haben und somit auch ein Teil des Erfolges sind. In 2017 werden die Karten neu gemischt und wir werden geplant mit unserem V4 wieder am Start sein, so Teamchef Rolf Derscheid nach dem Rennen.