„JETZT MACHEN WIR MAL RICHTIG LÄRM!“

 

„JETZT MACHEN WIR MAL RICHTIG LÄRM!“

Die Porsche Sound Nacht Nr. 5 im Porsche Museum

Im Museum ist es meistens still und leise. Nicht so im Porsche Museum in Stuttgart.

Einmal im Jahr, im Oktober wenn die Blätter fallen und der Herbst naht, dann wird es laut, sehr laut. So laut, dass die Blätter auch ohne den Herbst von den Bäumen fallen würden….

4-Zylinder, 6-Zylinder und ein 8-Zylinder sind die Stars der fünften Sound Nacht.

Und dann noch die lebenden legenden und Stars der Porsche Geschichte aus der glorreichen Vergangenheit und aus der jüngeren Sportgeschichte.

Günther Steckkönig, Hans Metzger oder die Le Mans Legende Hans Hermann, werden präsentiert von Dieter Landenberger vom Porsche Archiv und Walter Zipser.

911 Gäste erlebten am 24 Oktober nicht nur den tollen Sound der Motoren sondern auch tolle Geschichten rund um die Autos.

Angefangen bei dem Porsche 356 Nr. 1 aus dem Jahre 1948 und dem legendären Typ 64 Berlin Rom Wagen von 1939. Zwei Leichtgewichte im Automobilbau aber deutliche Schwergewichte in der Geschichte der Sportwagen aus Zuffenhausen. Beides Leihgaben aus dem Prototyp Museum in Hamburg. Liebevoll und Detailgenau restauriert.

Weiter ging es mit dem Porsche 718 RS 60 Spyker, vorgestellt von Hans Herrmann und Egon Alber. Letzterer, der beste Rennmechaniker aller Zeiten laut Herrmann, hatte nicht nur über das Auto beste Geschichten zu erzählen, sondern auch über die damalige Zeit in der der Rennleiter Huschke von Hanstein das sagen hatte. „In den USA war es immer so warm, dass wir erst mal kurze Hosen kauften mussten. Das Geld hat aber immer der Herr von Haustein verwaltet. In Stuttgart habe ich mich dann mal darüber beschwert, so daß wir ein wenig Taschengeld für unsere Reisen bekommen haben“.

1965 wurde die Ralley Monte Carlo in Angriff genommen. Der Porsche 911 in einem seiner ersten Renneinsätze. Angekommen und im Gesamtklassement Platz 5 erzielt. Herbert Linge und Peter Falk erzählten hier auch von der guten Presse die das Ergebnis brachte.

Der Porsche 906 Carrera aus dem Jahr 1966. Hans Mezger erzählt über die Zuverlässigkeit des Wagens. Bei diesem Porsche hat sich bei der Restaurierung zufällig herausgestellt, dass es sich um den damaligen Kamerawagen eines deutschen Fernsehsenders handelt.

Immer wieder ein Highlight für die Ohren. Der 911 Carrera RSR aus dem Jahre 1973. Was für ein Motor. Der Eigentümer Gijs von Lennep ist mit diesem Auto die Tage Florio gefahren und gewonnen. Schon im Standgas ein Genuss zum hören. Mit leichtem Gas erfährt man die brachiale Gewalt des 6-Zylinders.

Danach brauchten alle erst mal eine kleine Erholungspause in der sich die Gäste das Museum in Ruhe anschauen konnten.

Laut wie ein Baby. Das Einzelstück Porsche 935 Baby, 1977. Porsche Renn-Sportleiter war damals Manfred Jantke. Sein „Baby“ schreit heute noch wie ein Neugeborenes.

In einer weiteren Rallye, konnte Porsche sehr gute Erfolge verbuchen. Die Paris-Dakar wurde 1984 mit  Roland Kussmaul und Jürgen Barth in Angriff genommen. Das Auto war nicht nur laut, was auch wichtig war, sondern auch schnell. „Um mit 200 k/hm durch ein Dorf zu fahren, ist es wichtig das Dein Auto sehr laut ist. Sonst fährst Du das ganze Dorf tot“.

Ein Highlight der Porsche 928 S „Trigema“ 1983. Günther Steckkönig und Hans Clausecker stellten den „Exoten“ vor. Erst vor kurzem wurde der Wagen von Auszubildenden der Porsche AG aus dem Keller geholt und restauriert. Eine tolle Lackierung, ein toller Wagen und ein fantastischer Sound. Steckkönig und Clausecker leuchteten die Augen.

1983 starteten Hans Clausecker und Günther Steckkönig erstmalig am Nürburgring beim Veedol-Langstreckenpokal. „Ursprünglich war der 928 nur als Versuchsauto geplant“, erklärt Clausecker, der von 1959 bis 2005 bei Porsche tätig war. Mit Günther Steckkönig kämpfte er dafür, den Wagen auch bei Rennen zu starten und setzte sich durch. Der 928 trat beim 4-Stunden-Rennen am Nürburgring an – und holte insgesamt drei Gesamtsiege. Eine kleine Sensation.

Ein wunderschöner 959 S in rot, aus dem Jahre 1987 der zu seiner Zeit fast wie ein Raumschiff wirkte, mit der ganzen Technik. Dieter Röschesten konnte auch sehr gut erklären warum die Testfahrten manchmal glühend endeten. Das Auto hatte durch die Vollverkleidung viel zu wenig Kühlungsmöglichkeiten, wobei die damaligen Techniker, mit toller Technik  das Auto  zu Höchstleistungen brachten.

Dann wurde es still, denn es wurde fast ein wenig magisch. 17 Gesamtsiege in Le Mans, und der Siegerwagen aus diesem Jahr wurde hereingerollt. Ruhe, sonst nichts. Jeder Gast hatte noch den Originalsound im Ohr als dieser Wagen in Le Mans das Rennen gewann. Die beiden aktuellen Fahrer Timo Bernhard und Marc Lieb sind stolz auf der gleichen Bühne zu stehen wie die Legenden vor Ihnen.

So war die Porsche Sound Nacht wieder einmal ein Gewinn für alle beteiligen Personen und Zuschauer.